Stadt Neresheim

Seitenbereiche

07326 81-0
  • Wechselbild der Gemeinde
  • Wechselbild der Gemeinde
  • Wechselbild der Gemeinde
  • Wechselbild der Gemeinde
  • Wechselbild der Gemeinde

Seiteninhalt

(11) "König im Handstand"

Auf einem quaderförmigen Sockel ist eine kleine Figur zu sehen, unschwer als König zu erkennen an der Krone, die er auf dem Kopf trägt. Die Beine sind nach oben gestreckt, der Kopf nach unten und die Arme auch. Aber nein, es sind gar nicht die Arme, es ist einzig und allein ein Arm, auf dem sich dieser kleine Mann abstützt. Den anderen hält er mutig zur Seite gestreckt, als ob der Handstand an sich nicht schon Kunststück genug wäre!
Allein schon durch den im Verhältnis zur eigentlichen Figur deutlich größeren Sockel wird die Bedeutung der Figur hervorgehoben. Und das Attribut der Krone unterstreicht die Bedeutung dieser Figur zusätzlich. Schließlich kann nicht jeder eine Krone tragen! Oder vielleicht doch? Abgesehen von der Krone sieht dieses Männlein nämlich gar nicht unbedingt wie ein König aus: Es trägt recht klobige Schuhe, eine Hose mit Hosenträgern und ein kurzärmeliges Hemd – Alltagskleidung. Dennoch ist es ein kleiner König. Warum? Weil es ihm gut geht, weil allein schon aus der Körperhaltung Lebensfreude strahlt und man förmlich spürt, dass dieses Menschlein einfach nur glücklich ist. Wie heißt es in dem Kanon: „Froh zu sein bedarf es wenig, und wer froh ist, ist ein König.“ Ist es nicht genau das, was wir hier sehen?
König sein muss nicht zwangsweise etwas mit Macht und Besitz zu tun haben, manchmal und manchem genügt schon die pure Freude, um sich wie ein König zu fühlen.
 

(17) "Ikarus"

Die beiden Gestalten vollbringen vor unseren erstaunten Augen einen grotesk-skurrilen Balance-Akt.
Die Frontalität wird zur Allansichtigkeit im Raum aufgebrochen, d.h. es gibt mehrere Hauptansichten. Gleichzeitig ist die zentrale Besetzung des Sockels aufgegeben, die Figuren selbst ragen raumgreifend über die Grenzen des Sockels hinaus. Brillant die achsial vertauschte Verdoppelung der Figuren, beide messen mit weit ausgestreckten Armen in gegensätzlicher Richtung den Raum aus, öffnen ihn und machen ihn zu einem elementaren und wirkmächtigen Bestandteil der Plastik. Geradezu genial darf die Übersetzung der Ikarusflügel genannt werden, ebenso drastisch wie hochkomisch die Ausbildung der rettenden Aktion, die Verbindung der beiden Gestalten über die hinreißend banalen Hosenträger.
Wird hier vom Höhenflug oder vor dem Absturz zurückgehalten?
Wir gewinnen den Eindruck, das Personal des mittelalterlichen Narrenschiffes inszeniert das antike Drama. Allerdings ohne vorher in bedeutende geistige Höhen gestartet zu sein.
Eine Hochebene zwar, die aber andererseits nicht ausreicht, um sich ernsthaft zu Tode stürzen zu können. Inhalt und plastische Realisation verbleiben so in einer wunderbaren Schwebe.
 

Andreas Futter

Der in Hechingen geborene Künstler Andreas Futter absolvierte von 1990 bis 1996 sein Studium in der Fachklasse Malerei und Graphik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart. Von 1996 bis 1998 belegte er das Verbreitungsfach Kunst und interdisziplinäres Gestalten. Seither lebt und arbeitet der freischaffende Künstler in Schwäbisch Gmünd.

Für seine Arbeiten erhielt der Künstler etliche Auszeichnungen, darunter ein Atelier-Stipendium des Landes Baden-Württemberg, den ersten Preis im Skulpturenpark Sonnenwald, den Preis der Jury, den Artstages Award sowie den Kunstpreis für Skulptur. Seine Kunstwerke waren bereits in ganz Baden-Württemberg, in Nord-Rheinwestfalen sowie auch international in Spanien und Ungarn ausgestellt. Einige seiner Kunstwerke sind in öffentlichen und privaten Räumen ausgestellt, wie sein Werk „Ikarus“ bei der Stadt Mössingen, „Aufstieg“ und „Heinrich von Ofterdingen“ in der Gemeinde Ofterdingen, „Zuversicht“ als Kreisverkehrgestaltung im Heubach und eine Wandgestaltung im Mehrgenerationenhaus in Schwäbisch Gmünd.

www.andreasfutter.de